
"Strahlen verlangt regen Geist"
Strahler – der Name kommt daher, dass auch die Kristalle „Strahlen“ genannt werden – sind in den Alpen seit der Römerzeit von den naturwissenschaftlichen Arbeiten von Plinius dem Ältgeren bekannt. Seither suchen die Strahler in den Alpen nach Kristallklüften um deren Inhalte zu bergen. Und die Faszination dieser Tätigkeit, die meistens als Nebenberuf oder Hobby ausgeführt wird, ist bis heute geblieben.
Berufsstrahler, wie Paul „Pablo“ Membrini einer war, sind eher selten. Denn die Ausübung bedingt nicht nur ein ausgeprägtes Naturbewusstsein und absolute professionelle alpinistische Kenntnisse. “Das Strahlen verlangt regen Geist, klaren Verstand und viel Phantasie“, beschrieb der 1998 verstorbene Pater Flurin Maissen (Naturwissenschaftler und Strahler in der Surselva, Bündner Oberland) Charakterzüge eines erfolgreichen Strahlers. Ein mittelmässig begabter Mann werde nie ein guter Strahler, denn ihm würden die nötige Beobachtungsgabe und die berechnende Zurückhaltung fehlen. „Diese Voraussetzungen müssen in langem Ringen erworben werden.“
Das wichtigste Werkzeug des Strahlers ist der Strahlstock, eine Art Brechstange, die auch als verlängerter Meissel, als Haken oder Gehhilfe eingesetzt wird. Ihre Arbeit verrichten sie nach dem strengen Ehrenkodex der Schweizer Vereinigung der Strahler, Mineralien- und Fossiliensammler (SVSMF).
Die meisten Strahler gehen ihrer Passion in den Sommermonaten nach. Paul Membrini schildert im von Charly Bieler verfassten Buch „Pablo – ein Strahler auf extremen Wegen“ auf eindrückliche und unverwechselbare Art von seinem Leben als Strahler. Dazu gehört auch die Arbeit danach, wenn zu Hause im Atelier den aus den Felsklüften behutsam geborgenen Kristallen und Mineralien durch Reinigung ihre „Strahlen“ endgültig zum Vorschein gebracht werden. Strahlen in Bildern
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